Friedrichshafen/Brüssel,07.11.2008 -
ZF stärkt durch Zukauf Elektronik-Kompetenz - Weiterführung als eigenständiges Geschäftsfeld Elektronikkomponenten im ZF-Konzern
Die Brüsseler Kartellbehörde hat grünes Licht für die Übernahme der Cherry Corporation durch ZF gegeben. Der Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum werde durch den Zusammenschluss nicht behindert, heißt es in einer Mitteilung der EU-Kommission. Die beiden Unternehmen agierten nur in sehr geringem Umfang auf denselben Märkten. Damit ist der Weg frei für die Integration der weltweit rund 3.100 ehemaligen Cherry-Mitarbeiter in den ZF-Konzern.
Die ZF Friedrichshafen AG baut ihre Position als führender Autozulieferkonzern für Antriebs- und Fahrwerktechnik durch die Übernahme weiter aus. „Das Kompetenzprofil der bisherigen Cherry Corporation, vor allem in den stetig an Bedeutung zunehmenden Bereichen Elektronik, Software, Mechatronik und Kunststofftechnik, ergänzt in vielfältiger Form unser bestehendes Leistungsportfolio“, sagt ZF-Vorstandsvorsitzender Hans-Georg Härter. Als selbstständiges Geschäftsfeld Elektronikkomponenten wird das Unternehmen in den ZF-Konzern integriert und firmiert unter ZF Electronics GmbH. Geleitet wird das Geschäftsfeld vom bisherigen Cherry-Geschäftsführer Günter Murmann sowie von Harald Deiss, Leiter Zentrale Elektronik-Entwicklung bei ZF, und Dr. Günther Seitz, derzeit kaufmännischer Geschäftsleiter des Geschäftsbereichs Antriebsstrang bei ZF Sachs in Schweinfurt. Das Geschäftsführer-Trio ist ZF-Technikvorstand Dr. Michael Paul direkt unterstellt.
„Elektronik wird im Automobilbau immer wichtiger“, erläutert ZF- Technikvorstand Dr. Paul. „Cherry ist die ideale Ergänzung zu unserer bestehenden Elektronik-Entwicklung in Friedrichshafen. Die Akquisition wird uns helfen, unsere Technologieführerschaft zu behaupten und sogar noch auszubauen.“ Auch Günter Murmann, Geschäftsführer der künftigen ZF Electronics GmbH, ist von den gemeinsamen Chancen überzeugt: „Die Entwicklungsmöglichkeiten für unser Unternehmen in der ZF Friedrichshafen AG sind hervorragend“, sagt er. Zustimmung findet der Zusammenschluss auch bei den Vertretern der Arbeitnehmer. „Arbeitsplatzsicherheit steht für den Betriebsrat im Vordergrund, dafür bestehen bei ZF gute Aussichten“, befindet Gerhard Schriefer, Vorsitzender des Cherry-Betriebsrats.
Die ehemalige Cherry Corporation verfügt über Produktionsstandorte in Deutschland, Tschechien, Mexiko, China und Indien. Der Elektronikhersteller entwickelt und produziert unter anderem Komponenten für Schaltsysteme, Sensorik und Steuerungen für die Automobilindustrie. Gegründet wurde das Unternehmen 1953. Das umfangreiche Know-how von Cherry bei Elektronik, Software, Mechanik und Kunststofftechnik fließt beispielsweise in Mechatronik-Module, Sensor-Baugruppen, Bedienschalter, Wählhebel-Module und Keyless-entry-Elektronik ein. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 3.100 Mitarbeiter, knapp die Hälfte davon in Deutschland mit dem Hauptsitz in Auerbach zwischen Nürnberg und Bayreuth. In Nordamerika sind rund 900 Mitarbeiter beschäftigt, in Asien 250, in Osteuropa rund 400. Der Gesamtumsatz lag 2007 bei 400 Millionen US-Dollar (250 Millionen Euro), 65 Prozent davon wurden in Europa erwirtschaftet.
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